Raubfisch-Revier
  Neues von der Renke
 
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An alle und insbesondere an die Mitleser von der Bevertalsperre

Tja, ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll. Also mache ich 's kurz. Ich habe die erste Renke in unserer Bevertalsperre gefangen.
Eigentlich heißt sie ja Große Maräne aber ich nenne sie von nun an Renke, da es in der Bever auch um die Kleine Maränen geht und der Text so verständlicher wird. 
Es war der 4. April, wie sonst auch in dieser Zeit war ich nur mit der Hegene zum Maränenfischen auf dem See. Die Fische bissen in 26m Tiefe einigermaßen gut und so hatte ich zum Schluss 29 Fische im Boot. Auch an diesem Tag waren wieder viele kleinere Maränen von 12 bis 16cm dabei. In dieser Größenordnung erwartete ich auch immer einen Zufallsfang einer Renke, da sie ja erst im letzten Frühjahr als Brütlinge eingesetzt wurden. Die kleineren Fische betrachte ich daher immer ganz genau, denn den Unterschied zwischen Renke und Kleine Maräne kenne ich schon. Aber auch an diesem Tag war keine dabei. Ich hatte zwar einen Fisch gefangen der mir beim Abhaken durch eine merkwürdige Maulform auffiel. Habe mir aber nichts weiteres dabei gedacht, weil er deutlich über 20cm war und daher m. E. überhaupt gar keine Renke sein konnte. So landete der Fisch ebenfalls leider da wo die anderen auch schon waren: Tot im Eimer.
Zu Hause angekommen, alle Fische in die Spüle um sie küchenfertig zu machen. Erst da viel mir dieser Fisch wieder auf, weil er etwas hochrückiger war und daraufhin habe ich mir den Fisch ganz genau angeschaut und ich war mir sofort sicher, das es eine Renke sein muss. Nur die Größe von 22cm passte nicht. Solch ein hoher Zuwachs im ersten Jahr ist in unserer Gegend nicht bekannt. Habe dann noch ein paar Fotos gemacht und den Fisch direkt eingefroren um ihn untersuchen zu lassen.
Leider liegt mir das Ergebnis bis heute noch nicht vor und es wird auch in der kommenden Woche noch nicht vorliegen. Aber anhand der Fotos ist die Bestimmung schon eindeutig. Da in der kommenden Woche die Fangsaison auf die Maräne an der Bever beginnt, habe ich mich entschlossen diesen Beitrag schon jetzt hier einzustellen.
Wenn sich etwas Neues ergibt, melde ich mich wieder.
Nun macht eine einzige Renke aus der Bever noch kein gutes Renkengewässer, lässt aber zumindest hoffen das es mal eins wird. Der Zuwachs innerhalb von einem Jahr ist schon gewaltig.
Ich weiß auch, das sehr viele Maränenangler von der Bever hier mitlesen. Daher dieser Beitrag und von hier aus mein Appell an euch: Achtet bitte ganz genau besonders auf die Maulform und setzt im Zweifelsfall auch die Fische zurück, welche nicht eindeutig als Kleine Maräne zu erkennen sind.
Also hier einmal die zwei Unterschiede, welche am Einfachsten zu erkennen sind:

Die Maulform:
Nach dem Abhaken erkennt man eine Renke daran, das der Unterkiefer etwas zurücksteht. Bei der Kleinen Maräne steht der Unterkiefer etwas vor.
Die Flossen:
Besonders die paarigen Flossen, also Brust- und Bauchflossen, sind bei der Renke etwas dunkler gefärbt. Bei der Kleinen Maräne sind diese wesentlich heller, manchmal fast durchsichtig.

Es gibt natürlich noch weitere Unterschiede. Aber diese beiden Merkmale sieht man auf dem ersten Blick um schnell die Entscheidung zu treffen diese kleinen Renken wieder unversehrt zurückzusetzen. Denn unser gemeinsames Ziel ist es ja, in den nächsten Jahren einen festen Bestand aufzubauen.

Auf den ersten beiden Fotos erkennt man schon das die Renke (in der Mitte) etwas anders aussieht. Bei einem einzelnen Fisch am Haken fallen die Unterschiede allerdings nicht so deutlich auf. Legt man beide Fischarten vergleichsweise nebeneinander sieht man, das die Renken insgesamt etwas hochrückiger sind. Auch sind sie nicht ganz so silbrig glänzend. Die schimmrige Färbung auf dem Rücken ist leicht grünlich / bläulich, bei den Maränen eher leicht violett. Das Schuppenkleid ist leicht gepunktet, aber das ist bei den Maränen manchmal auch so, besonders bei den etwas größeren Exemplaren. Die Schwanzflosse ist auch etwas anders geformt. Sieht man allerdings erst wenn man sie, wie hier auf den Fotos, etwas spreizt. Ich hatte am diesen Tag auch etwa gleich große Maränen gefangen, nur waren diese leider schon geschuppt.








Das Maul der Renke ist etwas kleiner. Beim angeln sitzt der Haken allerdings in fast allen Fällen im Oberkiefer und dieser wird daher auch beim Hochheben des Fisches etwas „länger“ gezogen und die Maulstellung fällt nicht besonders auf. Erst nach dem Abhaken wird’s deutlicher.





Leider ist dieses Bild unscharf, aber die unterschiedliche Maulform ist noch zu erkennen





Sicher oder besser hoffentlich werde ich noch mehrere Jungfische dieser Art fangen. Allerdings werde ich keine weiteren Vergleichsfotos von Jungfischen mehr hier einstellen sondern diese, wie schon oben geschrieben, ebenfalls wieder schonend zurücksetzen.
Manche werden sich bestimmt fragen: Warum hat „Der“ die Renke denn überhaupt untersuchen lassen?
Nun war der Fisch leider eh schon tot. Die Größe war einfach außergewöhnlich und man muss wissen, das es schon einmal Renken in der Bever gegeben hat. Das ist allerdings schon über 60 Jahre her und sie kamen damals zusammen mit der Kleinen Maräne in die Bever. Die Renken sind aber nie wieder aufgetaucht. Hätte aber ja sein können, denn die Kleinen Maränen sind ja auch erst nach Jahrzehnten wieder aufgetaucht. Berufsfischerei hat es übrigens bei uns nie gegeben. Aber nun steht eindeutig fest, das es sich um eine Renke aus dem ersten Besatz von 2012 handelt.

Fotos von wesentlich größeren Renken aus der Bever folgen bestimmt. Aber das dauert noch ein paar Jahre und bis dahin werde ich mich noch mit unseren Kleinen Maränen begnügen müssen.
Macht auch Spaß, auch wenn es nur kleine Fische sind.

Bis dann

Uwe
 
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